Von der Ölwirtschaft zum Fertigungsdrehkreuz
Der Investitionsminister der VAE, Mohamed Hassan Alsuwaidi, prägte auf der Konferenz eine neue Formel: „Es geht nicht mehr um FDI – es geht um DDI: Domestic Direct Investment." Die Aussage steht für eine bewusste politische Verlagerung: weg von der reinen Anwerbung ausländischen Kapitals, hin zur stärkeren Rolle des im Inland eingesetzten Kapitals – auch jenes von VAE-Unternehmen in ausländischem Besitz.
Das In-Country-Value-Programm hat bereits mehr als 473 Milliarden AED in die nationale Wirtschaft gelenkt und fördert die lokale Fertigung von über 5.000 Produkten. Für ausländische Hersteller, die einen Standort in den VAE prüfen, entsteht damit eine klare Anreizstruktur: Unternehmen, die eine lokale Wertschöpfung nachweisen können, erhalten einen bevorzugten Zugang zur öffentlichen Beschaffung und zu Industrieanreizen.
Allein Rechenzentren kosten mehr als ein Hafen oder ein Flughafen. Es geht um Hunderte von Milliarden Dollar.– Mohamed Hassan Alsuwaidi, Investitionsminister der VAE, Make it in the Emirates 2026
KI-Investitionen: Ein Ausmaß ohne Präzedenzfall
Minister Alsuwaidi wies darauf hin, dass KI mehr Investitionen anzieht als jeder andere Sektor in der Geschichte der VAE. Die Größenordnung ist beispiellos: Schon der Bau von Rechenzentren erfordert einen Kapitaleinsatz, der klassische Infrastrukturprojekte in den Schatten stellt. Die KI-Initiative Stargate (8 Milliarden USD) und der Solarkomplex Al-Azeezah (6 Milliarden USD) veranschaulichen die Größenordnung der eingegangenen Verpflichtungen.
Für die Unternehmensstrukturierung erzeugt diese Investitionswelle eine Nachfrage nach spezialisierten Holdinggesellschaften, Strukturen für das IP-Management sowie operativen Einheiten, die sich an der Schnittstelle von Technologie, Energie und Industriepolitik sicher bewegen. Wer in das KI-Ökosystem der VAE einsteigt, braucht Strukturen, die rasches Wachstum, grenzüberschreitende IP-Flüsse und staatliche Partnerschaften tragen.
Regulatorische Klarheit als Investitionskatalysator
Yousef Al Marzooqi vom MoIAT rückte auf der Konferenz die Rolle der Regulierung in ein neues Licht. Standards seien keine Compliance-Last, sondern ein Investitionsbeschleuniger. Klare Regeln, so Al Marzooqi, verringern die Unsicherheit und beschleunigen den Kapitaleinsatz.
Für Unternehmen, die einen Markteintritt in die VAE prüfen, deutet dies auf ein zunehmend berechenbares regulatorisches Umfeld hin – eines, in dem industrielle Lizenzierung, Qualitätsstandards und Compliance-Anforderungen Investitionen erleichtern statt behindern sollen. Die praktische Folge: Strukturen, die heute unter den geltenden Rahmenbedingungen aufgebaut werden, müssen seltener grundlegend umgebaut werden, wenn sich die Vorschriften weiterentwickeln.
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