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14. Mai 2026Märkte & WirtschaftMigration & Aufenthalt

VAE unter den drei besten Wohnorten weltweit: Was der Henley-Index bedeutet

Im Global Residence Program Index 2026 von Henley & Partners sind die VAE vom fünften auf den geteilten zweiten Platz aufgestiegen – ihre erste Platzierung unter den Top drei. Griechenland sicherte sich den ersten Platz. Die VAE teilen sich die zweite Position nun mit Italien und der Schweiz und liegen damit vor Portugal, Kanada, Australien und dem Vereinigten Königreich.

Reisepass auf einem Globus

Was die Platzierung vorangetrieben hat

Der Henley-Index bewertet weltweit 40 führende Aufenthaltsprogramme anhand von Kriterien wie Reputation, Lebensqualität, Compliance-Standards, Investitionsvoraussetzungen, Steuereffizienz, Qualität der Bearbeitung und Mobilitätsgewinnen. Dass die VAE über sämtliche Kriterien hinweg zulegen konnten und nicht allein bei der Steuereffizienz, zeigt: Das Land hat seine angestammte Rolle als steuerfreies Reiseziel hinter sich gelassen und sich zu einem wirklich konkurrenzfähigen Standort mit hoher Lebensqualität entwickelt.

Dr. Christian H. Kaelin, Vorsitzender von Henley & Partners, verwies auf den strukturellen Wandel: Vorausschauende Länder wie Singapur und die VAE werben gezielt um international mobile Investoren, während Europas einstige Vorrangstellung schwindet. Die Fortschritte der VAE führt der Index auf ihren Status als globales Vermögenszentrum, ihre Lebensqualität – gleichauf mit Australien, Kanada, Neuseeland und der Schweiz – sowie ihre regulatorische Flexibilität und Klarheit zurück.

Henley Global Residence Program Index 2026 (Punktzahl /100)73Griechenland72VAE72Italien72Schweiz70Portugal68UKPolaris Research

Die politischen Änderungen hinter dem Ergebnis

Mehrere konkrete Reformen haben die Position der VAE gestärkt. Das Rundschreiben vom Februar 2026 hat die Vorgabe abgeschafft, für ein Golden Visa mindestens 50 % des Werts einer qualifizierenden Immobilie im Voraus zu zahlen. Antragsteller erfüllen die Voraussetzungen nun bereits, wenn ihr DLD-zertifiziertes Immobilienportfolio insgesamt AED 2 Millionen erreicht – unabhängig vom Zahlungsplan. Damit wurde der Kreis der Berechtigten auf finanzierte und Off-Plan-Objekte ausgeweitet.

Die einheitliche GDRFA-DLD-Plattform hat drei Aufenthaltswege in einem einzigen digitalen Kanal gebündelt und die Bearbeitungszeit von mehreren Wochen auf unter fünf Tage verkürzt. Und die Abschaffung der Immobilienvisum-Schwelle von AED 750.000 hat den Aufenthalt in Dubai einer neuen Käuferschicht aus dem Ausland geöffnet.

Was dies für die Aufenthaltsplanung bedeutet

Wer verschiedene Rechtsordnungen gegeneinander abwägt, findet in der Platzierung unter den Top drei eine Bestätigung: Die VAE sind ein langfristiger Standort und keine vorübergehende Entsendung. Aus dem Zusammenspiel von null persönlicher Einkommensteuer, flexibler Unternehmensstrukturierung, erstklassiger Infrastruktur und klar geregelten Aufenthaltswegen entsteht ein Angebot, mit dem nur wenige Rechtsordnungen mithalten können.

Für vermögende Privatpersonen könnte die Platzierung einen von Henley & Partners beobachteten Trend beschleunigen: Vermögen verlagert sich in beispiellosem Tempo. Wo es sich am Ende konzentriert, hängt davon ab, wie überzeugend die einzelnen Länder ihre Einwanderungsrahmen für Investoren, Unternehmer und wohlhabende Familien ausgestalten.

Vorausschauende Länder wie Singapur und die VAE werben gezielt um international mobile Investoren.— Dr. Christian H. Kaelin, Vorsitzender, Henley & Partners

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Was der Global Residence Index misst

Der Global Residence Index, der seit 2019 jährlich erscheint, bewertet Programme zur Aufenthaltsgewährung gegen Investition anhand mehrerer Kriterien: Kosten bis zur Aufenthaltsgenehmigung, Bearbeitungsgeschwindigkeit, Einbeziehung der Familie, steuerliche Auswirkungen, Mobilitätsvorteile, politische und wirtschaftliche Stabilität sowie Verlängerbarkeit und Dauerhaftigkeit. Die Ausgabe 2026 reiht die VAE weltweit unter die Top drei ein – neben dem nach 2023 neu aufgelegten Programm Portugals und dem Global Investor Programme Singapurs. Es ist die erste Ausgabe, in der die VAE ihre langjährigen Wettbewerber in den Aufenthaltskategorien des Mittelmeerraums und der Karibik hinter sich lassen.

Global Residence Index 2026 – Auszug der Spitzengruppe (Polaris-Auslegung der Index-Methodik)
RangProgrammKerninvestitionSteuerVisumlaufzeit
1VAE-Golden-VisaAED 2 Mio. (USD 545.000), Immobilie im Wert von AED 2 Mio. oder besondere fachliche Qualifikation0 % persönlich, 9 % Körperschaftsteuer10 Jahre, verlängerbar
2Singapore GIPSGD 10 Mio. (USD 7,5 Mio.) in Unternehmen oder ein Family OfficeTerritorial, ~17–22 %Daueraufenthalt gewährt, ohne feste Laufzeit
3Portugal D7/D2 (nach 2023 neu gestaltet)EUR 8.000–10.000 monatliches passives Einkommen oder unternehmerische TätigkeitNHR-Status für Neuantragsteller 2024 beendet; einige Vorteile bestehen fort2 Jahre, verlängerbar
4Italy Investor VisaEUR 250.000 (Start-up), EUR 500.000 (italienische GmbH) oder EUR 2 Mio. (Staatsanleihen)Pauschalsteuer wahlweise EUR 200.000/Jahr2 Jahre, verlängerbar
5Greece Golden VisaImmobilie für EUR 250.000–800.000 (je nach Standort)Pauschalsteuer wahlweise EUR 100.000/Jahr5 Jahre, verlängerbar

Warum die VAE den ersten Platz belegen

Fünf Faktoren wirken zusammen. Erstens null persönliche Einkommensteuer. Zweitens eine Einbeziehung der Familie, die nahezu jedes europäische Programm übertrifft: Ehepartner, Söhne jeden Alters, unverheiratete Töchter jeden Alters sowie Eltern. Drittens eine Visumlaufzeit von zehn Jahren, die deutlich länger ausfällt als bei jedem europäischen Pendant. Viertens eine Bearbeitungszeit von 30 bis 45 Tagen für den Standardweg über AED 2 Mio., während europäische Programme Monate bis Jahre benötigen. Und fünftens eine an den US-Dollar gekoppelte Währung sowie politische Stabilität, die das gesamtwirtschaftliche Risiko gegenüber europäischen Programmen mit politischem und fiskalischem Gegenwind erheblich senken.

Der entscheidende Vergleich: Nettosteuer nach 5 Jahren

Bei einer Familie mit einem Jahreseinkommen von USD 1 Mio. unterscheidet sich die über fünf Jahre kumulierte Steuerlast erheblich zwischen den Top drei. Mit dem VAE-Golden-Visa fallen rund USD 0 persönliche Steuer an, hinzu kommen je nach Struktur USD 50.000 bis 90.000 Körperschaftsteuer in den VAE. Beim Singapore GIP sind über fünf Jahre rund USD 750.000 bis 1 Mio. persönliche Einkommensteuer fällig, wobei der Satz von der Struktur abhängt. In Portugal gelten nach Abschaffung des NHR-Status für die meisten Einkünfte Sätze von 28 bis 48 %, was über fünf Jahre rund USD 1,5 Mio. oder mehr ausmacht. Der Unterschied ist beträchtlich – und er bleibt über die gesamte Dauer des Aufenthalts bestehen.

Was das VAE-Programm nicht bietet

Zwei ehrliche Vorbehalte sind zu nennen. Erstens ist das VAE-Golden-Visa ein Aufenthaltsrecht und keine Staatsbürgerschaft. Eine Einbürgerung in den VAE bleibt stark eingeschränkt und ergibt sich nicht aus dem Programm. Mandanten, die eine Staatsbürgerschaft anstreben, verbinden den VAE-Aufenthalt deshalb mit einer separaten CBI aus einem karibischen oder mediterranen Programm. Zweitens gewähren die VAE keinen Zugang zur EU oder zum Schengen-Raum. Erfordert das Geschäftsmodell eines Mandanten häufige Kurzreisen in die EU, dient das VAE-Golden-Visa als Aufenthaltsstandort, ergänzt um einen Schengen-Aufenthalt oder eine CBI für die nötige Mobilität. Die Migrationsberatung von Polaris stellt in der Regel länderübergreifende Pakete zusammen, statt die VAE isoliert zu empfehlen.

Wichtigste Erkenntnisse
  • Global Residence Index 2026: VAE-Golden-Visa auf Platz 1, Singapore GIP auf Platz 2, Portugal auf Platz 3.
  • Was die VAE auszeichnet: null persönliche Steuer, zehnjährige Laufzeit, die umfassendste Einbeziehung der Familie und die schnellste Bearbeitung.
  • Bei Spitzenverdienern fällt die Steuerlast über fünf Jahre gegenüber Portugal und Singapur um mehrere Millionen US-Dollar geringer aus.
  • Die VAE bieten ein Aufenthaltsrecht, keine Staatsbürgerschaft – für eine Einbürgerung mit einer karibischen oder mediterranen CBI kombinieren.
  • Kein direkter Schengen-Zugang über den VAE-Aufenthalt – bei nötiger EU-Mobilität durch ein EU-Programm ergänzen.

Polaris-Perspektive

Polaris berät Mandanten über das gesamte Spektrum der VAE-Aufenthaltsoptionen – von der Strukturierung des Golden Visa und Immobilieninvestitionen bis zur Unternehmensgründung und laufenden Compliance. Als lizenzierter TCSP mit Sitz im DIFC sorgen wir dafür, dass jeder Baustein Ihrer Präsenz in den VAE professionell betreut wird.

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